Gemeinsame Presseerklärung

  • Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Berlin
  • Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR), Frankfurt/Main

und

  • Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen
  • AOK-Bundesverband, Bonn
  • Bundesverband der Betriebskrankenkassen, Essen
  • IKK-Bundesverband, Bergisch Gladbach
  • Bundesknappschaft, Bochum
  • See-Krankenkasse, Hamburg
  • Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
  • Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
  • AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg


Rehabilitation: Ambulant wie stationär gleich wirksam, wenn die Qualität stimmt
Siegburg, 15. August 2002

Patienten, die eine ambulante (wohnortnahe) Rehabilitation durchführen, erreichen gleichwertige Behandlungsergebnisse wie vergleichbare Patienten in stationären Rehabilitationskliniken. Das haben jetzt zwei Studien zum Qualitätsvergleich ambulanter und stationärer Rehabilitation wissenschaftlich nachgewiesen.
Im Auftrag der Spitzenverbände der Krankenkassen und des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger wurden in einem breit angelegten Modellvorhaben ambulante Rehabilitationsleistungen in Einrichtungen mit unterschiedlichen Organisationsformen evaluiert und mit stationären Leistungen zur medizinischen Rehabilitation verglichen. Betrachtet wurden die Indikationsbereiche Kardiologie und Orthopädie. Die methodisch vergleichbar angelegten Studien wurden von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Badura und Dr. Thomas Schott (Kardiologie) und der Abteilung für medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Uwe Koch und Dr. Wolfgang Bürger (Orthopädie) durchgeführt. Untersucht wurden die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Eine weitere Fragestellung bezog sich auf die Kosten. In beiden Studien wurden insgesamt 14 Rehabilitationseinrichtungen und mehr als 2.000 Patienten, ihre Hausärzte und die behandelnden Rehabilitationsärzte einbezogen. Für den Wirksamkeitsvergleich wurden nur Patienten ausgewählt, die für beide Rehabilitationsformen geeignet waren.
Im Ergebnis wurde insgesamt eine hohe Versorgungsqualität festgestellt. Zwischen den Rehabilitationsformen fanden sich dabei keine bedeutsamen Unterschiede. Damit haben sich die in den Rahmenempfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) für die ambulante Rehabilitation festgelegten Qualitätsanforderungen bewährt. Im Hinblick auf die direkten Kosten der Maßnahme wurde die ambulante Rehabilitation als kostengünstiger bewertet. Die Studien zeigen darüber hinaus Optimierungsbedarf auf. Dieser besteht bei der Vernetzung mit Hausärzten und Nachsorgeangeboten sowie bei der konzeptionellen Umsetzung eines ganzheitlichen Rehabilitationsansatzes. Empfohlen wird, die Versicherten, aber auch Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte besser über die Rehabilitationsangebote und -inhalte zu informieren.
Die Krankenkassen und die Rentenversicherungsträger sehen sich im verstärkten Ausbau ambulanter Rehabilitationsangebote durch die Ergebnisse der Studien bestärkt und werden die Verbesserungsvorschläge aufgreifen. Beide Studien sind im Internet veröffentlicht unter:
http://www.uke.uni-hamburg.de/agrf (Orthopädische Vergleichsstudie der Arbeitsgruppe Rehaforschung der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf) bzw.
http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag1/index.html (Stichwort: Forschungsergebnisse).
Diese Pressemitteilung finden Sie im Internet unter www.g-k-v.com

Federführend für die Veröffentlichung:
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V.
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V.
Frankfurter Str. 84, 53721 Siegburg

Ansprechpartnerin: Michaela Gottfried, Tel.: 0 22 41 / 1 08 - 2 93
Tel. Presse Berlin: 0 30 / 25 93 09 30

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